Der rote Hahn

 

Der rote Hahn ist deutschlandweites Symbol der Evangelischen Studierendengemeinden.

Der rote Hahn entspringt einer langen religiösen und gesellschaftlichen Symbolik, die auf eindrucksvolle Weise das Selbstverständnis der ESGn in Deutschland verbildlicht: Der Hahn ist ein Symbol der Wachsamkeit. Mit seinem Schrei am Morgen kündet der Hahn die Veränderung von Nacht zu Tag, Dunkelheit zu Licht an. Das heißt zwar nicht, dass in der ESG nur Frühaufsteher zu finden sind, aber das Selbstverständnis der ESGn basiert auf einem kritischen Ansatz - kritisch gegenüber Entwicklungen in der Gesellschaft, der Politik und auch der Kirche. Denn nur mit kritischer Wachsamkeit, die auch vor dem wachrüttelnden Schrei nicht scheut, lassen sich Veränderungen bewirken und eine Erstarrung in unzeitgemäßen Konventionen vermeiden.

 

Daher rührt auch die symbolische Ähnlichkeit zum Wetterhahn: Der dreht sich immer so, dass er mit dem Kopf gegen den Wind kräht. So will der Hahn ermutigen, wo es nötig ist in Gesellschaft und Kirche, auch gegen den Wind der Zeit zu stehen und auf notwendige Veränderungen hinzuweisen. Der rote Hahn erinnert aber auch an Petrus, den das dreimalige Krähen des Hahnes an Jesu Worte erinnerte: "Bevor der Hahn heute kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." (Lukas-Evangelium 22,61)

 

Während der Bauernkriege war der Hahn ein Symbol des Widerstandes gegen klerikale und adlige Unterdrückung. Der Reformator Thomas Müntzer und die ihm folgenden Bauern sangen schon 1525 im Lied »Des Geyers Schwarzer Haufen«: »Setzt aufs Klosterdach den roten Hahn«.